3 wissenswerte Dinge über „Filz“

Schon seit Tausenden von Jahren nutzen die Menschen Wollfilz zur Herstellung strapazierfähiger Kleidungsstücke, den Bau Ihrer Behausungen und auch für die dekorative Gestaltung.

1.) Über 2500 Jahre Tradition

Das Filzen zählt zu den ältesten Techniken der Textilherstellung und hat seinen Ursprung vor mehr als 2500 Jahren. Entwickelt wurde es von den Hirtenvölker aus dem Norden des europäisch-asiatischen Raumes, um daraus Kleidung, Gebrauchs- und Kultgegenstände zu erstellen. Historische Filzfunde in Ausgrabungsstätten zeigten eine erstaunlich gut erhaltene Qualität, so dass festzuhalten ist, dass Filz ein robustes Material mit vielseitiger Alltagstauglicheit ist und gleichzeitig zu damaliger Zeit historisch sehr relevant gewesen ist.

Später fand das Handwerk auch in Europa Verbreitung, geriet dann jedoch lange Zeit in Vergessenheit, um erst in den vergangenen Jahrzehnten einen neuen Aufschwung zu erleben.

2.) Filz Typen: Nassfilzen vs. Trockenfilzen

Prinzipiell verwendet man für die Herstellung von Filz zwei Fasern: Naturfasern oder synthetische Fasern. Es gibt zwei Verfahren um Filz herzustellen: Nass- (-> Walkfilz) & Trockenfilzen (->Nadelfilz).

  • Nassfilzen: Ist die altmodische Art um Filz herzustellen. Bei der Herstellung wird Schafwolle mit warmen Wasser und Seife solange gewalkt bis sie verfilzt. Das warme Wasser und die Seife sorgen dafür, dass die Fasern der Schafwolle aufquellen, so dass die Schuppenstruktur der Fasern (ähnlich eines Tannenzapfens) sich durch das reiben miteinander verkeilen. Hier werden ausschließlich Naturfasern verwendet.
  • Trockenfilzen: Hier wird die trockene Wolle mit Zuhilfenahme einer speziellen Filznadel in Form gebracht. An der Spitze der Nadel befindet sich ein Widerhaken, die ähnlich wie eine Harpune angeordnet ist. So werden die Fasern in den Filz gedrückt und die Nadel kann wieder herausgezogen werden. Hier können sowohl Naturfasern als auch synthetische Fasern verwendet werden.

Nadelfilzen ist ein effektives Mittel um Flächen zu gestalten und feine Details zu erschaffen. Je länger man filzt desto robuster wird das Ergebnis. Die ursprüngliche Größe des Wollgebildes schrumpft dabei um bis zu zwei Drittel. Es ist auch möglich unterschiedlich große Nadeln zu nutzen, welches sich auf die Qualität des Filzes auswirkt.

Mittlerweile wird die Naturfaser immer mehr durch die Kunstfaser ersetzt.

3.) Die wichtigsten Eigenschaften der Filzarten:

Wollfilz:

  • Schützt vor Wärme und Kälte: Beides wird zwischen den Wollfasern gespeichert.
  • Wolle nimmt Schadstoffe auf: Kann Schadstoffe und Gerüche aus der Raumluft aufnehmen und verbessert dadurch auch wieder das Raumklima.
  • Schallisolierung: Wolle absorbiert Lärm und ist z.B. gut für Gebäudedämmung, aber auch für den Fahrzeugbau.
  • Abbaubar: Wollfilz ist ein reines Naturprodukt und somit abbaubar.

Synthetikfilz:

  • Strapazierfähig: durch das Trockenfilzen
  • Leicht
  • Formbar
  • Farbecht
  • Leicht zu reinigen
  • Homogene Oberfläche

Gemeinsamkeiten:

  • sehr elastisch
  • Unempfindlich gegen Knitterfalten

Fazit: Wollfilz eignet sich durch die oben genannten Eigenschaften sehr gut um bei Gebäude- oder Fahrzeugbau Einsatz zu finden, während sich Synthetikfilz sehr gut für Taschen eignet. Das Material ist steifer, strapazierfähiger und auch gut zu  reinigen.

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