Wo Marie Kondo von mir keine Zustimmung bekommt

Ich habe aus dem Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo ziemlich viele wertvolle Tipps und Tricks zum Thema Ordnung lesen, notieren und umsetzen können. Wie in meinem anderen Erfahrungsbericht (hier) zu lesen ist, hat es bei mir sogar zur positiven Verhaltensänderung geführt! Ja, ich bin ordentlicher geworden!

Empfehlung: Meine 5 Erkenntnisse von Marie Kondo

Dafür bin ich Marie Kondo natürlich sehr dankbar, denn ich bin, vor allem wenn es um nicht so leidenschaftliche Themen geht, höchstkritisch und frage mich andauernd, ob ein Ordnungsbuch mein verstaubtes, lustloses Bild dazu wirklich drehen konnte! Nun gut. Ich habe mich aber auf das Experiment und die Herausforderungen eingelassen! Zudem sei an dieser Stelle noch u erwähnen, dass ich keine großartigen Vorkenntnisse zum Thema Ordnung hatte. Ich hatte das kleine Putz-Einmal-Eins wahrscheinlich von meinen Eltern – vorrangig Mutter – weitergegeben bekommen und konnte zumindest Staubsaugen, Boden wischen und mein Zimmer auf Befehl aufräumen.

Kurz gesagt: ich bin und war der absolute Ordnungsanfänger!

Beim Durchlesen von Magic Cleaning sind mir dann aber einige Dinge aufgefallen, zu denen ich dir gerne mein Feedback mitgeben möchte. Diese Dinge kann man kritisch sehen – muss man wie gesagt nicht. Zumindest hätte es den Lesefluss und generell ihre Expertenrolle weiter ausgebaut.

  1. Der Beziehungsaufbau zu materiellen Dingen – etwas zu viel „Esoterik“ für meinen Geschmack
    • Hintergrund: Marie Kondo beschreibt in fast jedem Kapitel, wie wichtig es ist sich mit Dingen auseinander zu setzen. Man soll zum Beispiel jedes Kleidungsstück in die Hand nehmen, in sich gehen und dann feststellen, ob sich Glücksgefühle in einem regen. Wenn das der Fall ist, sollte man den Artikel unbedingt behalten. Denn oberstes Ziel ist es, das wir uns nur mit Dingen umgeben, die uns glücklich machen.
    • Mein Kommentar: Ich verstehe den Punkt, dass man Dinge anfassen soll und sich damit auseinander setzen soll, um zu gucken, ob Gefühl existieren. Darauf basiert ja das gesamte Buch bzw. ihr emotionaler Ansatz. Wo es für mich etwas zu viel wurde, war die Personifizierung von Alltagsgegenständen wie Socken, Handtaschen, Pullovern und sonstiges. Das Socken ggfs. nicht aufgerollt, sondern zusammengelegt werden sollten damit sie länger halten ist verständlich, aber das Socken zusammengelegt werden sollten, damit die sich von der täglichen Belastung erholen können, ist etwas dann etwas zu viel liebe :). Gleiches empfiehlt sie bei Taschen und sonstigen Gebrauchsgegenständen. „Danke liebe Tasche, dass ich dich nutzen durfte. Danke liebe Schuhe, dass ich in dir gehen konnte. Danke liebes Handy, dass ich auf dir tippen darf.“
    • Mein Fazit: Für meinen Geschmack zu abstrakt, aber vielleicht sehe ich das ja nur so kritisch :)).
  2. Zu viele „langatmige“ Geschichten, ohne Pointe und Wiederholungen
    • Hintergrund: Marie Kondo ist in ihrem Aufräumprozess in jedes kleinste Detail vorgedrungen. Wie sortiere ich Kleinkrams, Fotos, Schnickschnack die Erste, Schnickschnack die Zweit etc. aus. Dabei erzählt sie aus ihrem Leben und wie sie bei jedem Thema genau gleich vorgegangen ist.
    • Mein Kommentar: Die Geschichten die sie rund um ihre Erfahrungen gebaut hat, waren interessant, aber nicht bewegend. Erstens weil sie ihr Umfeld und die Wohnsituation in Japan beschreibt – ich habe nur eine vage Vorstellung wie das aussehen kann – und zweitens, weil sie in einem 1-Frauen Haushalt lebt. Klar ist, dass das Buch in den USA gehyped wird, denn dort ist die Konsumsucht deutlich ausgeprägter als hier in Deutschland (nehme ich jetzt einfach mal an). Ebenso ist es wahrscheinlich einfacher in einer Einzimmerwohnung – sprich kein Haus – eben mal Ordnung zu schaffen und für alles einen Platz zu definieren. Das mag vielleicht bei einem Haus schwieriger sein, wenn man mal eben eine Schere benötigt und die aus dem obersten Stockwerk holen muss. Zusätzlich geht es ihr hauptsächlich darum, so viel wegzuschmeißen wie möglich ist. Ich habe prinzipiell nichts dagegen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese radikale Art und Weise nicht sehr beliebt ist. Generell wiederholt sich nach den ersten zwei Kapiteln alles wieder. Vieles hätte meiner Meinung nach auch auf eine Seite gepasst und hat nicht 2-3 Seiten benötigt nur um festzustellen, wo man Bücher in einen Schuhschrank sortieren sollte.
    • Mein Fazit: Leider spricht das Buch nur eine bestimmte Zielgruppe an: Frauen in Einzimmerwohnungen, die unordentlich sind. Es wiederholt sich viel und vieles endet einfach damit, dass man „wegwerfen“ bzw. „ausmisten soll.

Prinzipiell hat das Buch momentan (Juli 2018) folgende Rezensionen bei amazon.de:

Der Rezensionsverteilung zum Ergebnis kann ich auf dem ersten Blick sagen: es polarisiert!

So gibt es ziemlich viele negative Kommentare, wie

Esotherisches aufräumen – Eine Empfehlungen ist die meisten Bücher wegwerfen, mit dem Buch habe ich den Anfang gemacht

oder

Ich möchte Frau Kondo nicht zu Nahe treten. Aber wenn das, was sie dort über sich und vor allem ihre Jugend geschrieben hat, wirklich stimmt, sollte sie sich vielleicht Hilfe holen.

was schon sehr direkt ist.

Aber auch großes Lob, wie

Bestes Buch um seine Wohnung und sich selbst aufzuräumen, muss man halt wirklich so durchziehen wie es da steht, ist ein anstrengender, allerdings sehr lohnender Prozess!!!

oder gleichlautend mit meiner Aussage

Dieses Buch hat mein Leben verändert

In vielen Bewertungen ist ein Tipp zu einem anderen Buch gewesen. Es ist „Simplify Your Life“ (Link) und ist sogar zum Spiegel Bestseller geworden. Wenn es für mich eine weitere Lektüre zu diesem Thema geben sollte, dann würde ich mir dieses Buch in den Warenkorb legen.

Natürlich werde ich dann meine spannendsten Erfahrungen wieder hier mit euch teilen!

Ich hoffe die Rezension war hilfreich und wünsche dir weiterhin: happy organizing!!

LG, Khang

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